GERHARD EGGER

Tänzer – Choreograf – Pädagoge – Trainer

  • RSS
  • Youtube
  • Facebook
  • Twitter

In Tirol geboren verbrachte ich meine Kindheit und Jugend in Volders. Ich besuchte dort sowohl die Volks- als auch die Hauptschule. Ich war kein besonders erfolgreicher Schüler in den allgemeinen Bildungsstätten, dafür aber ein echtes Talent was das Musizieren anging. Ich lernte mit einigen Musikinstrumenten umzugehen. Natürlich Dank meiner Mutter, die mir immer dabei half konsequent einen Teil meiner Freizeit mit Üben zu verbringen.
Meine schulischen Leistungen veränderten sich jedoch rapide, als ich mich dazu entschied, eine Lehre als Chemielaborant zu beginnen. Glaubt mir das war alles andere als eine gut durchgedachte Angelegenheit. Ich war vierzehn Jahre alt und meinem Traum Tischler zu werden, setzten zwei Statements ein Ende: zum einen erklärte mir mein Akkordeonlehrer – der sehr viel von meiner Fingerfertigkeit hielt – dass es ein Risiko sei meine Hände (vor allem Finger) einer derartigen Gefahr auszusetzen und zum anderen demotivierte mich die Aussage „…Egger, wie sollst du (ein „du“ mit Nachdruck) denn nur einen handwerklichen Beruf erlernen, was machen wir nur mit dir…“ den mein Werklehrer – der nicht viel von meiner Fingerfertigkeit hielt -  von sich gab, als er von meinen Absichten hörte. Nun stand ich da. Der Berufswunsch der mir bis dahin jegliches Nachdenken – dieses Thema betreffend – ersparte war nun verschwunden. Doch es dauerte nicht lange bis eine Stellenausschreibung – für eine Lehrstelle zum Chemielaboranten – alles ändern sollte. Der Weg zu dieser Lehrstelle war ein relativ weiter und harter, um nicht zu sagen ein unrealistischer, denn mit einer geschenkten vier in Chemie/Physik und einem Notendurchschnitt von 3,2 war es nicht gerade leicht, die Stelle in der Abteilung „Forschung und Entwicklung“ bei der Firma Swarovski in Wattens zu bekommen. Doch ich bekam die Stelle. Es dauerte nicht lange bis sich einfach alles veränderte. Nach knapp vier Jahren stand ich dann mit einem ausgezeichneten Erfolg in der Berufsschule und einer Abschlussprüfung mit Vorzug da. STOLZ:)
Parallel zu meiner Lehre startete ich auch meine tänzerische Laufbahn. Ungefähr zeitgleich mit der Verbesserung meiner schulischen Leistungen verzeichnete ich bereits die ersten tänzerischen Erfolge. Es dauerte nicht lange, bis ich die ersten Turniere gewann, was mich natürlich anspornte das Tanzen immer mehr zu meinem Lebensmittelpunkt zu machen. Trotzdem blieb es weiterhin ein Hobby.
Ich wechselte nach einer sehr lehrreichen und zum Teil schon recht erfolgreichen – wenn auch kurzen – Karriere bei Swarovski die Firma und sammelte Erfahrungen im Bereich Consulting und Verkauf. Handwerkliche Erfahrungen erweiterten ebenfalls meinen Horizont, denn während der Zeit als Verkäufer in der Elektro- und Baubranche war es üblich, dass ich manchmal auf Baustellen mitarbeitete. Im Großen und Ganzen baute ich während dieser Zeit mein Selbstbewusstsein stetig auf und stärkte somit das Vertrauen in mich selbst.
Das Tanzen, der Kraftsport sowie meine verschiedenen Berufserfahrungen stärkten mein Selbstvertrauen dermaßen, dass ich mich traute eine entscheidende Veränderung in meinem Leben vorzunehmen.
Ich inskribierte für das akademische Studium der Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck und veränderte den Status meiner Tanzlaufbahn. Von da an musste ich mir mit der Materie Tanz das nötige Geld für das Leben als Student dazuverdienen. Ich beendete vorerst meine Karriere als Turniertänzer der lateinamerikanischen Tänze bei den Amateuren und sammelte Erfahrungen in anderen Bereichen des Tanzes.  Die Arbeit mit verschiedenen Trainern im Bereich des Kraftsporttrainings ergänzte ich mit der staatlichen Ausbildung zum Lehrwart für Haltungsturnen. Aus diesen, bis dahin gesammelten Erfahrungen generierte ich dann ein einfaches und zugleich effizientes Konzept Menschen zu unterrichten und zu trainieren. Kurse und Workshops im Bereich Tanzen und kleinere Seminare zum Thema Eigenpräsentation, sowie intensive Personaltrainings waren die ersten Ergebnisse dieser Arbeit. Ereignisse wie die Wahl zum Mister Tirol 2002 oder die Arbeit als Tänzer in div. TV-Sendungen, sowie meine Tätigkeit als Choreograph in vielen unterschiedlichen Projekten, Musicals und Shows förderten mein Weiterkommen stetig und verhalfen mir auch ein wenig bekannter zu werden. Was ja nicht schaden konnte;)
In dieser Zeit hielt ich oft inne und schaute auf meinen Weg zurück, den ich bis zu diesem Zeitpunkt bereits erlebt hatte. Ich  begann damit mich selbst zu reflektieren und steuerte fast wie von selbst immer mehr Richtung Selbsterfahrung. Ich entschied mich den zweiten Abschnitt meines Studiums mit dem Fach Beratung und Grundlagen der Psychotherapie zu verbringen und belegte als Wahlfachlehrgang das psychotherapeutische Propädeutikum. Dies, zusammen mit verschiedensten Weiterbildungen in den Bereichen Theater, Clownerie, etc. beeinflussten natürlich auch meine Arbeit als Tänzer und Choreograph. Ich entwickelte immer unterschiedlichere Methoden mit Menschen zu arbeiten und begann dies auch in Seminaren und Vorträgen zu präsentieren oder besser gesagt zu referieren.
Im Jahre 2009 bekam ich dann die Chance bei der fünften Staffel von ORF Dancing Stars als Profitänzer mitzumachen und konnte mich mit Maggie Entenfellner bis in die Mitte der Sendung vorarbeiten. Im selben Jahr schaffte ich es mit meiner damaligen Tanzpartnerin Julia Polai die Österreichischen Meisterschaften der lateinamerikanischen Tänze der Professionales zu gewinnen und wir konnten den Titel der österreichischen Meister ein Jahr später erneut ertanzen. Nach einem Jahr Pause fand im Jahr 2011 eine weitere sechste Staffel Dancing Stars statt, bei jener ich mit Mirna Jukic bis zur achten Sendung tanzte. Die tänzerische Auszeit, die mein Studium finanzieren sollte und der Festigung meiner Persönlichkeit diente, entpuppte sich als passende Entscheidung im richtigen Moment. Ich stelle fest, dass mich mein Leben ständig in neue und interessante Bahnen leitete, wenngleich manche oft einem Sprung ins kalte Wasser glichen. Trotzdem erkannte ich am Ende aber immer wieder, dass diese sich als absolut lehrreich und bereichernd für mich erwiesen.
Es sind die Stationen auf meinem Weg, die aus mir einen erfahrenen und einfühlsameren Menschen formten (und natürlich immer noch formen). Und eine dieser absolut entfesselnden Erfahrungen war die Geburt meines Sohnes Matteo. „Meine“ wundervolle Tanja hat ihm im April 2009 das Licht des Lebens geschenkt und damit wurde mein Leben wieder einmal komplett auf den Kopf gestellt. Ich durfte erleben, wie es sich anfühlt Papa zu werden und zugleich einer Frau sein Herz in einer Art zu öffnen, wie ich sie vorher nicht kannte. Geborgenheit geben aber auch zu empfangen und viele andere Themen sind dadurch erneut in mein Leben gerückt. Nicht zuletzt war es genau diese Erfahrung die all das bis dahin erlebte und gelernte in ein neues Licht rückte und meine Art mit Menschen zu arbeiten wieder einmal missionierte. Habe ich in den Jahren des Studiums und der Fortbildungen versucht einfühlsamer und offener für mich und meine Umwelt zu werden, so bekam ich ein Art „Brain-Update“ mit diesem, meinem wohl eindrucksreichsten Erlebnis überhaupt.
Wohin mich meine weitere Laufbahn noch führen wird kann ich im Moment überhaupt nicht sagen. Zurzeit erhole ich mich gerade von einer sehr intensiven Studiumsabschlussphase, denn Tanja und ich haben gemeinsam unsere Diplomarbeit zm Thema Tanz-Körper-Geschlecht und die anschließende Diplomprüfung abgeschlossen. Nun schaue ich mir mit Tanja an wie Matteo wächst und gedeiht,  tanze mit Nora (Dolly Buster) über das Parkett in der siebten Staffel von Dancing Stars, veranstalte Tanzkurse, arbeite als Choreograph an verschiedenen Projekten, helfe als Trainer einigen Menschen beim „An-sich-arbeiten“ und halte Vorträge sowie Seminare zu verschiedenen zwischenmenschlichen Themen wie Sexualaufklärung, Empathie und in Zukunft auch über zwischenmenschliche Kommunikation und einigem mehr.
Nun steht sie da. Eine Geschichte „über mich“ die euch einiges davon erzählen möchte was ich bis jetzt gemacht habe, was mich dazu bewegt hat so zu sein, wie ich bin. Ein großer Teil meiner Zeit verbringe ich zu dem damit, mit „meiner“ Tanja zu reden. Mich durch sie zu sehen und dadurch einmal ein anders Bild von mir zu bekommen. Ich habe Tanja gebeten, ihre Sicht von meinem momentanen „Ich“ zu Papier zu bringen und lasse euch das nun lesen! Danke Tanja, für diese Worte!

Gerhard wäre wohl kaum erfreut, wenn ich an dieser Stelle eine tabularische Aufzählung seiner Schulabschlüsse oder beruflichen Erfolge anbringen würde.
Ich habe Gerhard als einen Menschen kennengelernt, der im Hier und Jetzt lebt und seine Energie auf das Gegenwärtige lenkt. Darüber hinaus vergisst er nicht, was ihm die Vergangenheit beziehungsweise sein bisheriger Lebensweg an Erfahrungen gelehrt hat – sondern er nützt wie kein anderer diese Ressource, um die Gegenwart zu gestalten.
Gerhard ist ein sehr vielseitiger Mensch und sein Potenzial wäre wohl verschwendet, wenn man es nur auf eine Tätigkeit richten würde. So reicht seine Berufung vom Profi-Tänzer, Choreograph und Musiker über Pädagoge, Erziehungswissenschaftler, Coach und Trainer bis hin zu einem wundervollen Vater für unseren gemeinsamen Sohn Matteo.

Wer schon mit Gerhard zu tun hatte weiss, dass seine Kurse und die Art und Weise seines Unterrichts niemals nur einen Ansatz verfolgen. Wer bei ihm tanzen lernt, erfährt natürlich welcher Tanzschritte es bedarf, aber vorwiegend geht es ihm immer um die Gesamtheit des Menschen mit dem er arbeitet.  Für ihn zählt jede Biographie und er ist immer offen und neugierig mehr über die Menschen mit denen er arbeitet zu erfahren.

Seine Credos sind: HALTUNG, INNERE EINSTELLUNG und RESPEKT – für’s erste sich selbst gegenüber und im allgemeinen im Umgang mit Mensch, Tier und Natur. Sich selbst wahrnehmen, eigene Wünsche und Bedürfnisse wichtig nehmen klingen in jedem Gespräch, in jeder Handlung durch, die er in Angriff nimmt.
Das Wunderbare an seiner Arbeit ist, dass er all seine Energie dafür einsetzt, die Menschen dazu zu bringen, ihre eigenen Ressourcen zu entdecken und sie so einzusetzen, dass sie ihr Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen und ihre eigene Biographie “erschaffen”. Seine Arbeitsweise ist motivierend und diszipliniert und gegebenenfalls greift er auch hart durch, um so manche(n) “aus dem Schlaf zu rütteln”. Dabei verlangt er von niemanden mehr, als er von sich selbst verlangt – einen unerschütterlichen Glauben daran, dass man sein eigenes Leben gestalten kann und sein persönliches Glück in sich selbst suchen muss.

Geduld gehört eindeutig nicht zu Gerhards Stärke und wenn „sein Maß voll ist“, kann er aufbrausen wie ein Sturm. Wer so diszipliniert an der Verwirklichung seines Lebenswegs arbeitet, hat oft wenig Verständnis für Menschen die nicht gleich, oder mit Verzögerung ans Werk gehen (wollen). Wer von Gerhard ein Trainingsprogramm bekommt beginnt sofort mit dem Training. Wer erst übermorgen, oder nächste Woche Zeit dafür findet, ist Gerhard als Trainer los!
Als Gesprächspartner nimmt er sich kein Blatt vor den Mund und spricht oft sehr direkt aus, was ihm auffällt bzw. hinterfragt er Situationen und Lebensumstände in seinem Umfeld sehr genau – eine Lebensart mit der in unserer “verhöflichten” Welt nicht jede/r zu Recht kommt.

“Stell’ dir vor, du würdest einem Stamm in Afrika angehören und dein Herz sagt dir schon von Kindesbeinen an, dass du nichts lieber machen würdest als Trommeln zu bauen – dann würdest du doch nie auf die Idee kommen Medizinmann zu werden, oder? In unserer Welt jedoch ist der Medizinmann mehr wert als der Trommelbauer.  In der Rangordnug des afrikanischen Stammes sind beide gleich wichtig, sowohl der Trommelbauer, als auch der Medizinmann; und genau hier beginnt das Problem. In unserer Welt stehen dir alle Wege offen, nur hört kaum noch jemand auf sein Herz, da uns der Verstand sagt, welches Leben das wertvollere ist – und so haben wir mit der Zeit verlernt auf unser Herz zu hören.” (Zitat Gerhard)